1. Das Projekt Lesehund richtet sich  an Kinder und Erwachsene mit einer Leseschwäche.

 

Die jeweiligen Ursachen für die Defizite der Kinder sind den Lesehund-Teams nicht immer bekannt.

Klassische Ursache ist die Legasthenie. Allerdings gibt es auch immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund, die einfach nicht gut genug Deutsch können. Und bei vielen deutschen Kindern wird die Tradition des Lesens zunehmend von modernen Medien verdrängt.

 

Dabei besuchen Hunde Schulklassen, damit Kinder den Vierbeinern vorlesen und somit gleichzeitig ihre Lese- und Sprachkompetenzen zu verbessern.

 

Gastreferentin Kimberly Ann Grobholz aus München, die das Projekt ins Leben rief, erklärt unter welchen Bedingungen diese Begegnung erfolgreich verläuft. Sie geht ein auf den Aufbau eines Besuchs, Bücher, Lehrmaterial, Hygiene sowie Regeln, an die sich Kinder beim Vorlesen halten sollten.

 

Laut Kimberly Grobholz können Hunde Kinder beim Lesen tatsächlich unterstützen. Das sei das Ergebnis eines Modellprojektes an verschiedenen US-amerikanischen Schulen. Dabei machten Schüler, die an einer Leseschwäche leiden, erstaunliche Fortschritte, wenn sie den Vierbeinern regelmäßig aus einem Buch vorlasen. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, dass im Gegensatz zu Lehrern oder Mitschülern ein Hund das lesende Kind nicht bewertet. Er sitzt da und hört geduldig zu. Das Kind muss nicht befürchten, von ihm kritisiert zu werden.

 

Im Rahmen des Lesehund-Projekts können leseschwache Schüler und Erwachsene künftig regelmäßig speziell ausgebildeten Mensch–Hund-Teams vorlesen, um damit ihre Schwellenängste beim lauten Lesen abzubauen. Wichtig ist es, dass  die Freude am Lesen gefördert wird.

 

Das Programm richtet sich an die gesamte Persönlichkeit des Menschen, daher können auch in anderen Lebensbereichen positive Auswirkungen zu spüren sein:  Ängste werden gemindert, die Konzentrationsfähigkeit gefördert, das Selbstbewusstsein gestärkt und die Leistungen verbessern sich ganz allgemein.